Freudenberg. Für die Jungforscher des Freudenberger Vereins Junge Forscher Main-Tauber gab es beim Jugend forscht Regionalwettbewerb Heilbronn-Franken einen großen Doppelerfolg. In der Sparte Junior für Kinder bis 14 Jahren erhielten beide Teilnehmer für ihre Projekte eine sehr gute Platzierung. Der Wettbewerb fand Ende Februar 2026 in der Hochschule Künzelsau statt.
Colin Luongo (11) aus Wertheim-Bestenheid ging der Forschungsfrage nach „Wie stellt man eine umweltfreundliche Lebensmittelverpackung selbst her?“ Er wurde Erstplatzierter im Bereich Arbeitswelt und vertrat er die Region beim Jugend forscht Junior Landeswettbewerb Baden-Württemberg im Mai in Balingen.
Anika Dürr (13) aus Freudenberg trat im Fachbereich Technik an. Ihr Projekt war „Wie kann ich Klemmbausteine biologisch abbaubar machen.“ Sie erhielt den dritten Platz des Fachgebiets und zusätzlich Sonderpreise unter anderem für Nachhaltigkeit. Beide wurden von Birger-Daniel Grein ehrenamtlich bei ihren Forschungsprojekten betreut.
Colin hatte im Schuljahr zuvor eine biologische Beschichtung aus Fett und Bienenwachs entwickelt. Diese macht Papier umweltfreundlich wasserfest. Im aktuellen Projekt nutzte er diese Beschichtung, um umweltfreundliche Verpackungen für Essen-To-Go zu entwickeln. Er optimierte das Auftragen, den Zusammenhalt der Schachtel und die Reißfestigkeit. Er wies nach, dass seine Beschichtung saure und basische Soßen aushält und prüfte die Beschichtung auf antibakterielle Wirkung. Außerdem zeigte er auf, wie sich die beschichtete Verpackung reinigen und so wiederverwenden und wie sie sich recyclen lässt.
Die Arbeitswelt-Jury lobte, Colin begeistere mit seinem Projekt als echter Tüftler, der die Philosophie von Jugend forscht zu hundert Prozent verkörpere. „Mit beeindruckender Ausdauer hat er sein Projekt kontinuierlich weiterentwickelt und unter verschiedenen Aspekten ausführlich getestet.“ Außergewöhnlich gewesen seien vor allem der Test in der Spülmaschine, mit Kamera und die Untersuchung von Bakterienwachstum.
Colin gefällt am eigenen Forschungsprojekt, dass man neue Dinge lernt und man eigene Ideen in Projekten, die einem Spaß machen, umsetzen kann. Beide hatten auch beim Wettbewerb und zusammen mit dessen anderen Teilnehmern viel Spaß.
Anika entwickelte Klemmbausteine aus verschiedenen Materialien, die sich bei Regen auflösen und dennoch beim Spielen stabil sind. Ziel des Projekts war es Bausteine zu schaffen, die sich beim nächsten Regen auflösen, wenn sie auf dem Spielplatz vergessen werden und so keinen Müll hinterlassen. Sie wies neben dem Auflösen auch Stabilität bei Abrieb, Zug und Fallen nach.
Beide Kinder waren bereits letztes Jahr bei Jugend forscht dabei. Sie wollen auch in Zukunft eigene Forschungsprojekte umsetzen und am Wettbewerb teilnehmen.
Colin und Anika gehören zudem zu den ausgebildeten Mentoren des Vereins, die andere Jungforscher und Betreuer bei Vereinsaktivitäten unterstützen. Sie sind außerdem Vorstandsmitglieder des Vereins.
Erfolg auch beim Landeswettbewerb
Bei der diesjährigen Jugend forscht Junior Landeswettbewerb Baden-Württemberg gab es einen weiteren großen Erfolg für einen Jungforscher des Vereins. Colin Luongo (12) wurde für sein Projekt „Wie stellt man eine umweltfreundliche Lebensmittelverpackung selbst her?“ mit einem Sonderpreis im Fachbereich Arbeitswelt ausgezeichnet. Ehrenamtlich betreut wurde er von Birger-Daniel Grein. Der Landeswettbewerb fand Anfang Mai 2026 in der Volksbankmesse in Balingen statt.
Colins nahezu marktreifes Endprodukt basiert auf einer Forschungsarbeit von zwei Jahren. Er entwickelte eine biologische Beschichtung aus Fett, Wachs und Stärke, die Papierverpackungen wasserdicht macht. Die so entstandenen Verpackungen sind umweltfreundlich, halten verschiedene warme und kalte Lebensmittel aus und lassen sich reinigen und wiederverwenden. Im Februar gewann Colin mit seinem Projekt den Regionalwettbewerb Heilbronn Franken. Seither entwickelte er seine Beschichtung weiter und wies in neuen Test deren Fähigkeiten nach. Durch die Zusage von Stärke in die Wachs- und Fettbeschichtung verbesserte er de Lotuseffekt deutlich. Wasser perlt einfach ab und Lebensmittel wie Soßen lassen sich mit Wasser abspülen, ohne dass die Beschichtung schaden nimmt. Colin prüfte in aufwendigen Verfahren unter anderem Recycle- und Kompostierbarkeit. Er prüfte, ob sich Mikroorganismen aus den Lebensmitteln auf der Beschichtung vermehren. Durch Blindtest mit mehreren Testpersonen wies er zudem nach, dass die Verwendung seiner beschichteten To-Go-Verpackung keine negative Auswirkung auf den Geschmack von Lebensmitteln hat. Auch zum Einfrieren ist die Verpackung geeignet. Im Gegensatz zu vielen anderen To-Go-Verpackungen lässt sich Colins Variante reinigen und später nochmals verwenden.
Am Donnerstag, dem ersten Wettbewerbstag, präsentierte er seine Erfindung zwei Jurygruppen des Landeswettbewerbs. Er freute sich über die netten Juroren. Sie hätten es kaum erwarten können, den Lotuseffekt seiner Beschichtung selbst auszuprobieren, berichtete er.
Am Freitag besichtigten Schulklassen und Öffentlichkeit die Ausstellung des Landeswettbewerbs. Auch dabei stieß Colins Verpackung auf viel Interesse, auch bei Experten der Papierindustrie. Bei der Feierstunde des Wettbewerbs am Freitagnachmittag betonten Balingens Oberbürgermeister Dirk Abel und Baden-Württembergs Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut, die Bedeutung des Forscherengagements der Kinder und Jugendliche. Es sei wichtig für den Wirtschaftsstandort Baden-Württemberg. Die Teilnehmer werden dazu beitragen, die Zukunft unserer Welt zu verbessern.
Am Landeswettbewerb nahmen 108 Jungen und Mädchen aus dem gesamten Bundesland mit zusammen 61 Projekten teil. Der Anteil von Jungen (61) und Mädchen (47) war ähnlich.
